Bis vor ein paar Jahren hätte ich es mir nie vorstellen können, welche Faszination das Fliegenfischen auf jemanden ausüben kann...

Schon als kleiner Junge, nicht älter als 6 Jahre, fuhren meine Brüder und ich jeden Morgen im Sommerurlaub mit den Fahrrädern zu Bekannten, um ihnen beim Fischen an einem See zuzuschauen. Diese schönen Bilder vom Sonnen-aufgang am Wasser und die Spannung wenn die Posen abtauchten ist wohl so in meinem Gedächtnis geblieben, dass ich (leider) erst als Volljähriger die Fischerprüfung ablegte. Mit dem Fliegenfischen hat es dann nochmal mehrere Jahre gebraucht. Ich hatte zwar schon sehr früh eine Fliegenrute, konnte aber nicht damit umgehen. Fast 20 Jahre später machte ich nun in der gleichen schönen Gegend im Allgäu Urlaub wie damals als sechsjähriger Junge. Bei einem Spaziergang an einem schönen Bach kam ich mit einem älteren Fliegenfischer, der eine gespliesste Fliegenrute in der Hand hielt ins Gespräch. Keine 10 Minuten später stand ich mit der Gespliessten in der Hand auf der Wiese. Der Mann sagte ich soll einfach mal werfen - kaum zu glauben arbeitete die Gerte wie von alleine und hatte schnell ein paar Meter Schnur in der Luft. Im nachhinein glaube ich, genau in diesem Moment war es um mich geschehen. Der "Virus" Fliegenfischen hatte ein neues Opfer gefordert.

Von diesem Urlaub zurückgekommen, setzte ich mich fasziniert und intensiv mit der Fliegenfischerei auseinander. Es dauerte dann nochmals 3 Jahre - seit dem ich behaupten möchte im Besitz der edelsten Gerten die es wohl überhaupt gibt zu sein; selbstgefertigte gespliesste Fliegenruten.

Friedrich Scholl