Als Rohmaterial wird Tonkin verwendet.

Weltweit zählt man über 1400  verschiedene Bambusarten, welche nicht wie oft angenommen zu den Hölzern sondern zu den Gräsern gehören. Allerdings ist nur eine Sorte wie geschaffen für das "Werkzeug" eines von diesem Material in den Bann gezogenen Fliegenfischers. Unter Rutenbauern ist es auch als das "liebliche Gras" bekannt.

- Tonkin - (pseudosasa amabilis)

Diese bis zu 12 Meter hoch wachsende Bambusart eignet sich hervoragend für den Fliegenrutenbau. Dessen Vorteile stecken vor allem in der extremem Stabilität bei relativ hoher Biegebelastbarkeit und das bei einem sehr geringen Gewicht.

Die ersten "Gespliessten" wurden Ende des 17. Anfang des 18. Jahrhunderts in England gebaut. Die wohl heute weitverbreiteste Bauform, die hexagonale (sechseckige) wurde ca. 1860 in Amerika zum ersten Mal gebaut.

Ganz kurz und einfach erklärt, geht es um dieses Prinzip;                                                                                                              Ein ausgewähltes Tonkinrohr wird der Länge nach in Streifen aufgespaltet. Diese Streifen werden mit Hobel und einer speziellen Hobelform in gleichschenklige Dreiecke gebracht. Diese Spleisse hobelt man zur Spitze hin verjüngt, bis man das gewünschte Taper (Gesamtmass der Rute) erreicht hat. Wenn das Taper, welches man zu Beginn auf der Hobelform eingestellt hat erreicht wurde, werden diese sechs Spleisse durch ein  spezielles Klebe- und Trocknungsverfahren wieder zu einem hexagonalen Sechseck zusammengefügt.

Man könnte natürlich an dieser Stelle tiefer auf die Arbeitsschritte einer selbstgefertigten Gespliessten eingehen, aber andere Rutenbauer schrieben ganze Bücher darüber...

Die Möglichkeiten,  Materialien und Werkzeuge lassen es heute zu, äußerst edel und präzise gebaute Fliegenruten herzustellen. Wenn man sich vorstellt, dass man nicht selten ein Teil dieses Sechsecks auf die Form eines gleichschenkligen Dreicks mit Stärken um die 0,7mm an der Spitze hobelt, gibt es immer wieder Rutenbauer, die auf neue und faszinierende Ideen kommen. So z.B. die Bauweise der "13-fach Gespliessten", die die Stärke eines Spleisses  von z.B. 0,7mm nochmal um ein Drittel kleiner werden lässt...

Querschnitt und Vergleich: hexagonale Bauweise (links) und 13-fache Bauweise vom schweizer Rutenbauer Kurt Zumbrunn (mitte), sowie 6-fach hohlgespliesst im gleichen äusseren Erscheinungsbild wie Kurts 13fache (rechts)  

Unter anderem gibt es noch folgende Bauweisen:

"Quad" quadratische Form - "Penta" fünfeckige Form - "Sept" siebeneckige Form - "Okta" achteckige Form  sowie oben beschrieben "hex" und "13-fach". Diese wiederum könnte man alle im Kern "hohl" bauen (hollowbuilt) oder auch über die Längsachse verdreht.                                                                                                                                                 Mit den "hohl gebauten" erzielt man zusätzlich eine Gewichtsersparnis und verleiht der Rute eine etwas schnellere Aktion.

Bevor man nun aber in die Werkstatt geht und "drauflos hobelt" bedarf es einiger Überlegungen und etwas Vorbereitung...                                                                                                                                                             Unten stehende Ruteninformation ist sozusagen der "Bauplan" eines neuen Projektes, wie hier z.B. Das Modell "Finessa". Die Tabelle veranschaulicht das komplette Taper in inch und millimeter, darunter stehen Informationen für Spleisslängen, Maße für das Vorfräsen, Größe der herzustellenden Hülsen und den Spitzendurchmesser für Spitzenring. Mit Hilfe eines Programms kann man auch das "Wurfverhalten" der fertigen Rute in einem Diagramm darstellen.